The Beach vs. The Klimaanlage

Nun, wo ich offiziell geographisch Südostasien verlassen habe, kann ich kurz stolz auf meine Tropen-Krankenakte blicken: Ich habe zwar fleißig Immodium und Paracetamol verteilt, aber selbst keine gebraucht (direkter Effekt alkoholischer Getränke am Vorabend mal ausgenommen). Allerdings, passend zur 28-stündigen Reise nach Nepal, musste ich dann doch noch an die Antibiotika. Die Tage zuvor waren recht entspannt. Zusammen mit meiner „Reisegruppe“ aus Dortmund unternahm ich Ausflüge zum Strand und schließlich vor drei Tagen einen ganztägigen Bootstrip mit Monkey Beach, schnorcheln, schwimmen und Sonnenuntergang auf Phi Phi Leh und anschließend noch mal mit Leuchtplankton spielen. Was denn jetzt bitte Phi Phi Leh ist? Das ist das kleine Eiland, auf dem der DiCaprio-Film „The Beach“ gedreht wurde. Ich bin jetzt also offiziell an dem Filmstrand schwimmen gewesen. Allerdings waren diesmal anstatt von Haien jede Menge russische Touristen dort – und die Snackbar um die Ecke war mir im Kino so auch nicht aufgefallen.

The Beach

The Beach

Weitere Erkenntnisse des 5-tägigen Koh Phi Phi-Aufenthalts: Die Musik an den Strandbars ist definitiv zu laut. Sang Som (der lokale Pansch-Rum) aus Eimern ist ein heidnisches Teufelszeug. Ich kann keine Feuershow mehr sehen. Und: 6er Dorm ist ja völlig ok, die 135-Dezibel der Reggea-Bar nebenan stören mich ja auch gar nicht, und es ist doch wunderbar eine Klimaanlage zu haben, aber wenn man das Scheißding nicht einstellen kann und man sich nachts bei gefühlten 3 Grad Celsius unter seinem dünnen Laken den Arsch abfriert, dann ist das nicht so optimal. Es waren also am letzten Tag auf der Insel nicht die Moskitos, die Malaria oder das Dengue-Fieber, dass mich lahmgelegt haben, sondern Nierenschmerzen vom vielen Frieren (klingt komisch, wenn man bedenkt, dass ich nur etwa 1000 km vom Äquator entfernt war).

Beste Voraussetzungen also, um vorgestern den Trip nach Nepal anzutreten. Zwei Stunden Fähre nach Krabi, dort zum Airport und vier Stunden später mit einer Maschine der Air Malaysia (und ja, sowohl in der Maschine als auch auf dem Airport war MH370 ein Thema) nach Kuala Lumpur. Den Komfort nach KL zu fliegen, statt 22 Stunden Bus zu fahren, hatte ich mir gegönnt. Natürlich war der Plan, um etwa 20 Uhr noch mit dem Bus in die Stadt reinzufahren, um sich noch dort umzuschauen. Das ließ mein Wohlbefinden allerdings nicht wirklich zu, sodass ich die 16 Stunden bis zu meinem Weiterflug unter Antibiotika irgendwie auf Flughafenstühlen verbrachte. Meine Bustour hatte ich dann am nächsten Morgen aber dennoch, da mein Flug vom LCCT (Low Cost Carrier Terminal) des Airports ging. Der ist zwar nur „across the runway“ vom Hauptterminal, die Bustour dahin dauert jedoch tatsächlich etwa eine halbe Stunde um das ganze Airport-Gelände rum, vorbei am F1-Circuit Sepang. Der LCCT sah dann auch aus wie ein typischer Ryanair-Terminal (nur dreimal so groß) und in der Tat, Air Asia ist von Preis, Qualität und Service das asiatische Pendant zu den Iren. Nachdem ich clevererweise meine letzten Ringgit im Flughafen ausgegeben hatte, konnte ich mir in den viereinhalb Stunden leider auch nicht einmal ein Wasser leisten. Alles nicht so schlimm, wollte eh pennen. Daran war aber auch nicht zu denken, denn Air Asia spart in 37.000 Fuß auch Heizkosten. Und so fror ich mir trotz Sweatshirt meinen Weg nach Kathmandu. Übrigens, es gibt auf dieser Reise so manche Erkenntnis, dass ich älter werde, speziell eine auf Bus- und Flugreisen: Ich finde nämlich nach wie vor, dass Nackenkissen fürchterlich dämlich aussehen, aber ich will so unbedingt eines!!!

Davon hatte ich am KL International Airport eine Menge – etwa 16 Stunden

Davon hatte ich am KL International Airport eine Menge – etwa 16 Stunden

Am Flughafen dachte ich mir beim Warten auf Mona in der Ankunftshalle noch „Wie krass ist das, dass man sich Wochen vorher Flüge bucht, und sich aus zwei völlig unterschiedlichen Erdteilen auf 30 Minuten genau irgendwo im Himalaya treffen kann“. Nachdem drei Stunden seit der Landung ihres mutmaßlichen Fluges aus Dehli vergangen waren, setzte milde Panik ein. Ohne Telefon und WiFi ist man dann doch ganz schön aufgeschmissen. Mit netter Unterstützung der Travel Agency in der Ankunftshalle (Nummern rausfinden) und einem 200 Rupien teuren Anruf konnte ich in Erfahrung bringen, dass die Kleine erst heute ankommt (planmäßig). Ich hatte also verpeilt, dass die zwar am 11. losfliegt, aber erst am 12. ankommt und schob das spontan auf mein verloren gegangenes Datumsgefühl, die Antibiotika und den ganzen schlimmen Reisestress. Nun gut, schlechte Ausrede, meinen so gut abgepassten Flug nach Nepal hatte ich nämlich schon vor 6 Wochen gebucht… Ich fahr dann jetzt mal zum Flughafen 🙂

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1 Antwort

  1. arne sagt:

    Oh man, das liest sich ja grandios 🙂 ein ständiges Auf- und ab…
    jetzt genieß aber erstmal deine Zeit mit Mona 😉

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