Tempeling in Ayutthaya

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Ayutthaya, oder eigentlich Phra Nakhon Si Ayutthaya, oder noch eigentlicher พระนครศรีอยุธยา, war vom 14. bis zum 18. Jahrhundert der Königssitz des siamesischen Königreiches. Nachdem 1767 die Birmanen die Stadt erobert und niedergebrannt hatten, hat man dort alles zusammengepackt und kurzerhand die Hauptstadt nach Bangkok verlegt. Die 80 km Entfernung brachte ich gestern morgen mit einem erstaunlich komfortablen Zug hinter mich. Und das, obwohl ich die 3. Klasse gebucht hatte – für unverschämt günstige 20 Baht (etwa 47 Cent). Was mir am Bahnsteig zunächst ein wenig komisch vorkam, denn allen anderen Touristen hatte man die 2. Klasse verkauft. Dem Vernehmen nach sah es dort aber kaum anders aus, bis auf den Preis natürlich, der lag bei 240 Baht…

Angekommen, Gepäck am Bahnhof eingeschlossen und Richtung Altstadt. Diese wiederum liegt auf einer Insel, also nicht so wirklich einer Insel, aber da die Stadt am Zusammenfluss von drei Flüssen liegt, wird das etwa 2 mal 3 km große Altstadtareal von Wasser umschlossen. Zusammen mit zwei Amerikanerinnen und einem deutschen Pärchen aus Münster ging es erstmal essen. Gestärkt liehen wir uns die klapprigsten Fahrräder der Insel aus und machten uns auf Erkundungsfahrt. Unterwegs stieß ein verstrahlter Kölner Koch dazu, der zwar schon ein paar Tage in der Stadt war, aber trotzdem keinen Plan hatte, wo’s eigentlich lang ging.

Anstrengend auf den alten Kleppern

Anstrengend auf den alten Kleppern

Was gab’s also zu sehen. Viele alte Tempelruinen (wirklich viele) für die Ayutthaya sich immerhin UNESCO-Weltkulturerbe nennen darf. Ach ja und das erst Mal Elefanten. Allerdings wurde auf den bedauernswerten Tieren die Straße auf und ab geritten. Artgerechtes Habitat sieht anders aus (aber dazu habe ich bestimmt übermorgen noch einiges zu schreiben…). Völlig geschafft von der prallen Sonne (erst seit heute besitze ich einen Hut – eine Sonnenbrille besitze ich dagegen aus bereits geschilderten Gründen nicht) und den unbequemen Fahrrädern, kehrten wir auf ein kaltes Chang ein und bald ging jeder seiner Wege: die Amis zurück nach Bangkok, die Münsteraner bezogen ihr Hostel, und ich machte mich auf dem Weg zum Nachtzug nach Chiang Mai.

Der Beweis: Ich bin wirklich hier!

Der Beweis: Ich bin wirklich hier!

Auch wenn ich es dem Moritz nicht ganz glauben wollte, aber in besagtem Nachtzug, der etwa zwölfeinhalb Stunden bis Chiang Mai braucht, gibt es ihn wirklich, den Party Waggon. Eigentlich ein ganz normaler Restaurantwagen, war er plötzlich mit lauter Musik und einer (natürlich) besoffenen englischen Reisegruppe gefüllt. Mit einem Pärchen aus Koblenz (dass mich heute auch noch ein bisschen durch Chiang Mai begleiten sollte) und zwei Oldenburgen (klein is die Welt) standen wir meistens in den kleinen Zwischenraum vor dem Restaurantabteil gedrängt (Raucherbereich) und tauschten uns über diverse Reiserouten aus. Genauso schnell wie die Musik da war, war sie aber wieder weg. Bereits um kurz vor elf wurden wir resolut aus dem Waggon gefegt, die bis dahin sehr gut gelaunten alten Kellnerinnen nahmen ihre Sperrstunde ernst.

Nachdem ich auf der Oberpritsche des Schlafwagens mehr schlecht als recht geschlafen hatte, tat ein leichter „Kopp“ am morgen sein Übriges. Aber ich hatte ja auch noch gar keine Übernachtung organisiert. Nach dem strammen Gepäckmarsch in das Stadtzentrum wurden wir allerdings recht schnell fündig. In einem ruhig gelegenen Guesthouse habe ich mich nun als für die nächsten Tage einquartiert. Nach einem kleinen Spaziergang durch Chiang Mai und einem hervorragenden Pad-Thai (Gericht aus gebratenen Nudeln mit „Zeug“) musste ich dann heute Nachmittag doch den Strapazen Tribut zollen und mich ein bisschen Hinlegen. Man wird halt auch älter… Nun werde ich es ruhig angehen lassen, denn morgen steht eine Fahrradtour durchs Umland an.

Alle Fotos des gestrigen Tages.

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2 Antworten

  1. Rainer sagt:

    das mit der Sonnenbrille tut mir ja nun fast ein wenig Leid ^^
    eine Sonnenbrille nachschicken macht nicht viel Sinn, was 😉

  2. Kopenetz sagt:

    Die Bilder, einfach toll. Weiterhin viel Spaß und interessante Eindrücke. L.G. Mama

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